Bücher von ihrer besten Seite
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Autoren

 

Aron, Nele

 

Die Illustratorin und Comic-Zeichnerin lebt und arbeitet zwischen Frankreich und Deutschland. Sie war 1998 freiberuflich als bildende Künstlerin in Berlin tätig. Seitdem hatte sie zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und  Ausland. Schwerpunkt ihrer künstlerischen Tätigkeit sind Illustrationen für Kinderbücher und Belletistik, in denen das grafische Erzählen im Mittelpunkt steht.

 

 Ball, Hugo

 

1886 in Pirmasens geboren, lernte er Schauspiel am Deutschen Theater in Berlin. Von dort führte ihn sein Weg über Plauen zum Münchner Lustspielhaus. Er pendelte sein Leben lang zwischen Theater und literarischem Schaffen und war Mitarbeiter im Feuilleton namhafter Zeitschriften. Im Mai 1915 emigrierte er mit seiner Frau Emmy Hennings in die Schweiz. Beide traten als Künstlerpaar in Variétés auf, bis sich die späteren dadaistischen Hauptakteure um sie scharten. 1916 wird "Dada" erstmals im Programm-heft des Cabaret Voltaire erwähnt. Im selben Jahr trug er seine berühmten Lautgedichte vor. Seit seinem Umzug ins Tessin verband ihn eine enge Freundschaft mit Herrmann Hesse. Er starb 1927 an Magenkrebs.

 

Basho, Matsuo

 

1644 in Asaka geboren, gilt als Mitbegründer der japanischen Versform Haiku. Seine Gedichte spiegeln die Einfachheit seiner meditativen Lebensweise wider. Er versah viele seiner Verse mit einer mystischen Qualität und versuchte, die großen, weltbewegenden Themen durch einfache Naturbilder auszudrücken. Anstatt die für ihn vorgesehene militärische Laufbahn einzuschlagen, wurde er ein Wanderer, der den Weg und die Geschichte des Zen studierte und sich der klassischen chinesischen Poesie zuwandte. Basho starb am 28. November in Osaka.

 

Bierce, Ambrose

 

Ambrose Gwinnett Bierce (1842-1914) war das zehnte von dreizehn Kindern. Als 15-Jähriger lief er von Zuhause weg, nahm auf der Seite der Union am Bürgerkrieg teil und zeichnete sich durch Tapferkeit aus. Seine schrecklichen Erlebnisse in der Schlacht von Shiloh wurden zur Grundlage späterer Erzählungen. Nach dem Krieg lebte er lange in San Francisco. Berühmt wurde er als Journalist; er gehörte zu den einflussreichsten Hauptstadt-Korrespondenten in Washington. Seine Kolumnen sorgten häufig für Kontroversen. Neben seinem sarkastisch-schwarz-humorigen Werk The Devil's Dictionary beruht Bierces Anerkennung vor allem auf zwei Sammelbänden: Tales of Soldiers and Civilians und Can Such Things Be? Mit 70 Jahren unternahm Bierce eine Reise nach Mexiko, mitten in die Mexikanische Revolution, wo sich seine Spur im Gefolge des Revolutionärs Pancho Villa für immer verlor.

 

Buson, Yosa

 

Yosa Buson wurde 1716 in Naniwa bei Osaka geboren. Etwa im Alter von 20 Jahren kam er ins heutige Tokio und lernte die Dichtkunst unter der Anleitung des Haiku-Meisters Hayano Hajin. 1777 erschien Yahanraku ("des Yahan Freuden"): eine Sammlung von haikai und chinesischen Gedichten, die trotz ihres geringen Umfangs von Bedeutung für die Weiterentwicklung dieser Gattung war. Wegwei-send sind das Shumpu-batei-Kyoku ("Die Weise vom Pferdedeich im Frühlingswind"), das Denga-Ka ("Das Lied vom Trägen Fluß") und das Hokku ("Die alte Nachtigall"), in denen Buson Neues mit Traditionellem und Chinesisches mit Japanischem verbindet und dabei eine harmonische Geschlossenheit der Aussage erreicht. Auch als Literatenmaler (bunjinga), machte er sich einen Namen. Seine Lebenssuche galt der "Abkehr" vom Gewöhnlichen (rizoku) um die man sich mühen müsse, in der Malerei wie in der Dichtung. Yosa Buson starb 1784 in Kioto als 68-jähriger.

 

Dickens, Charles

 

Charles John Huffam Dickens wurde am 7. Februar 1812 in Landport, England geboren und starb am 9. Juni 1870. Bedingt durch die ärmlichen Verhältnisse seines Elternhauses, musste Dickens bereits als Kind in London in einer Lagerhalle aushelfen, um seine vielen Geschwister und die Mutter ernähren zu können. Hier sammelt er Inspirationen, die später in seinen Roman David Copperfield einfließen werden. Die Schule besucht Charles Dickens erst wieder 1826, als sein Vater aus dem Schuldnergefängnis frei kommt. Während seiner beruflichen Jahre steigt Dickens zu einem anerkannten Journalisten und später eigenständigen Herausgeber der Zeitung Daily News auf. Dickens ist einer der meistgelesenen Schriftsteller der englischen Literatur. Zu seinen wichtigsten Werken zählen Oliver Twist (1837), David Copperfield (1849) und Ein Weihnachtslied in Prosa (1843).

 

Erckmann-Chatrian

 

Emile Erckmann (1822- 1899) und Alexandre Chatrian (1826-1890) bildeten während vieler Jahr-zehnte ein bekanntes Duo, das unter dem Namen Erckmann-Chatrian Berühmtheit erlangte. Gebürtig in Lothringen, begannen sie ihre kongeniale Zusam-menarbeit während des Studiums. Erckmann über-nahm den redaktionellen Teil und Chatrian zeichnete für die Edition verantwortlich. Erste Erfolge erzielten Erckmann-Chatrian zwischen 1856 und Anfang der 1860er Jahre mit phantastischen Erzählungen, die in verschiedenen Pariser Zeitungen erschienen, wie z.B. Le bourgmestre en bouteille (1856), Requiem du corbeau (1856), Le Cabaliste Hans Weinland (1860) und der phantastische Kurzroman Hugues-le-Loup (1860).  Ab 1885 entzweiten sich die beiden zunehmend wegen Urheber-rechts- und Honorar-Angelegenheiten. Die Auseinandersetzungen mündeten schließlich in einen Zivilprozess, der wegen Chatrians Tod aber letztlich nicht mehr entschieden wurde. Nach dem Entzug der Aufenthaltsgenehmigung durch die deutschen Behörden ließ sich Erckmann bis zu seinem Tod in Lunéville nieder.

 

 Fenimore Woolson, Constance

 

Ihren ersten Roman veröffentlichte sie im Alter von 40 Jahren. Die Großnichte von James Fenimore Cooper begann ihre schriftstellerische Karriere nach dem Tod ihres Vaters im Jahr 1869. Nachdem auch ihre Mutter verstorben war, wanderte sie nach England aus. Dort schrieb sie hauptsächlich Beiträge für Zeitschriften,

bevor sie in den folgenden Jahren mehrere Romane veröffentlichte, u.a. Anne (1880-1881), For the Major (1883), East Angels (1886), Rodman the Keeper (1886), sowie Castle Nowhere: Lake-Country Sketches (1886). Ihre Beziehung zu Henry James, mit dem sie eine langjährige Freundschaft verband, blieb so rätselhaft wie die genauen Umstände ihres Todes: Sie stürzte aus dem Fenster ihrer im vierten Stock gelegenen Wohnung in Venedig.

Nur sechs Jahre nach ihrem Tod wurde sie 1900 für eine Aufnahme in die Hall of Fame for Great Americans in New York nominiert.

 

 Hennings, Emmy

 

Emma Maria Ball-Hennings,1885 in Flensburg geboren - 1948 in Sorengo bei Lugano gestorben, gehört zu den Initiatoren des Dadaismus.

Die Dichterin, Sängerin, Kabarettistin und Mitbegrün-derin des Cabaret Voltaire war Ehefrau und Mutter, Schauspielerin in einer Wandertruppe, Hausiererin, Diseuse, Morphium- und Äthersüchtige und Gelegen-heitsprostituierte. Trotz ihres ungewöhnlichen Lebens-wandels war sie eine treue Kirchgängerin und betete täglich vor ihrem Hausaltar. Die widersprüchliche Ra-dikalität dieser Autorin, die ihren Mann, Hugo Ball, aus seinem Unglauben hin zum Katholizismus begleitete, offenbart sich am deutlichsten in ihren Gedichten, die zwischen Mystizismus und scho-nungsloser Realität schwanken. Zu ihren wichtigsten Werken gehören Die letzte Freude (1913), Gefängnis (1919), Das Brandmal (1920), Helle Nacht (1922) und Das ewige Lied (1923).

 

Hisajo, Sugita

 

Sugita Hisajo wurde durch ihre Veröffentlichungen in der Literaturzeitschrift Hototogisu, die unter der Leitung von Kyoshi Takahama stand, bekannt. Ihr  gesamtes Leben widmete sie der Kalligraphie und der Haiku-Dichtung. Schreibt sie zuerst auch Novellen und Tanka, so spezialisiert sich die Autorin danach auf das Genre Haiku und steht schnell im Ruf, eine vielschich-tige Dichterin zu sein. Wenige Jahre nach ihrem Erfolg wird Sugita Hisajo, ohne ersichtlichen Grund,  zusam-men mit zwei anderen Dichterinnen aus der Hototogisu-Gruppe um Kyoshi ausgeschlossen. Ihre Ehekrisen verstärken sich. Von Depressionen zum Ende ihres Lebens geplagt, stirbt sie, ohne die Anerkennung ihrer Dichterkollegen erfahren zu haben. Die Nahrungsmittelknappheit nach dem Pazifikkrieg und die damit einhergehende Mangelernährung verschlimmerten ihre Nierenkrankheit. Sie starb im Alter von nur 57 Jahren,  am 21.Januar 1946 im Sanatorium in Dazaifu. Ihre Werke gelten heute als Quell  zeitgenössischer Haiku-Dichtung.

 

Issa, Kobayashi

 

Kobayashi Issa (1763-1827) zählt zu den "Großen Vier" der japanischen Haiku-Dichtkunst. Der von ihm gewählte Dichtername Issa bedeutet so viel wie „ein Tee“ oder „ein Schluck Tee“ und ist als Ausdruck seiner Bescheidenheit und Einfachheit zu verstehen. Mit 25 Jahren begann er Haikus zu schreiben. Zahl-reiche Schicksalsschläge prägten ihn nachhaltig, so unter anderem der Verlust seiner Frau und mehrerer Kinder. Erst später konnte er seine Lebensumstände mit dem Antritt einer kleinen Erbschaft etwas aufbessern. Seine Werke zeigen seinen Respekt und seine Achtung vor allen Lebewesen. Issas Lebensweisheit nährt sich von konfuzianischer Genügsamkeit sowie von buddhistischer Frömmigkeit (Aus: Kindler). Auch sein liebevoller Humor wird von dieser Philosophie geprägt. Er wird zeit seines Lebens seine Armut nicht los – also thematisiert er sie. Dabei ist nirgendwo auch nur der kleinste Ansatz von Verbitterung oder Traurigkeit zu erkennen. Fröhlichkeit und Zufriedenheit bestimmen Issas Werke.

 

Kafka, Franz

 

Geboren am 3. Juli 1883 in Prag. Franz Kafka war der Sohn eines wohlhabenden jüdischen Kaufmanns. 1901-1906 studierte er Germanistik und Jura in Prag; 1906 promovierte er in Jura. Nach kurzer Praktikan-tenzeit am Landesgericht Prag, wurde er 1908 Ange-stellter einer Versicherungsgesellschaft, später einer Arbeiter-Unfallversicherung. In den Sommermonaten der Jahre 1910 bis 1912 führten ihn Reisen und Kur-aufenthalte nach Italien, Frankreich, Deutschland, Un-garn und in die Schweiz. Sein Verhältnis zu Frauen war schwierig: zweimal hatte er sich 1914 verlobt und das Verlöbnis wieder gelöst; 1917 erkrankte er an Tuberkulose, was ihn 1922 zur Aufgabe seines Berufes zwang. Von 1923 an, lebte er als freier Schriftsteller in Berlin und Wien, zuletzt im Sanatorium Kierlang bei Wien, wo er am 3. Juni 1924 an Kehlkopftuberkulose starb. Sein literarischer Nachlass, den er testamentarisch zur Verbrennung bestimmt hatte, wurde posthum gegen seinen Willen von Max Brod veröffentlicht.

 

Lee, Vernon

 

Vernon Lee (Violet Paget) wurde am 14. Oktober 1856 in Boulogne-sur-Mer geboren. Bereits im Alter von 13 Jahren veröffentlichte sie ihre erste Erzählung. Ab den späten 1880er Jahren verfasste die Schrift-stellerin Geistergeschichten und Romane, unter anderen "A Phantom Lover", "Amour Dure" und "Prince Alberic and the Snake Lady", und zeichnete sich durch ihren Einsatz für den Frieden und den Feminismus, sowie durch ihre wenig "britische Art" Kritik zu üben, besonders aus. Sie starb am 13. Februar 1935 in Florenz; das Erleben eines weiteren Krieges und des Sturzes der westeuropäischen Kultur in die Barbarei blieben ihr erspart.

 

Mansfield, Katherine

 

Kathleen Mansfield Beauchamp (1888-1923) wird als eine der Wegbereiterinnen der modernen englischen short story betrachtet. Als Tochter des Bankiers Harold Beauchamps und seiner Frau Annie wurde sie am 14. Oktober 1888 in Wellington geboren. 1903 verlässt sie ihre Heimat, geht nach London und mischt sich unter die literarische Bohème. Sie hat Beziehungen zu Männern und Frauen; nach einer Fehlgeburt und dem Scheitern einer Ehe wird ihr 1917 Tuberkulose diagnostiziert (eine Folge ihrer Gonorrhoe-Infektion von 1909). Den Rest ihres Lebens verbringt die Autorin auf der Suche nach Heilung – oft entsetzlich einsam – in Südfrankreich, Italien und der Schweiz. Nur selten kehrt sie nach England zurück, um mit ihren Freundinnen und Freunden in Kontakt zu bleiben. Katherine Mansfield stirbt 1923, erst 34 Jahre alt, in Fontainebleau.

 

Pinar, Florencia

 

Über das genaue Datum und den  Geburtsort von Florencia Pinar ist wenig bekannt, aber es wird vermutet, dass sie in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts lebte und dass sie eine Hofdame der Katholischen Könige gewesen sei, was durch die Tatsache belegt wird, dass sie eine der wenigen weiblichen Autorinnen des Cancionero General ist. Erst in den 1980er Jahren wird Florencia Pinar als Autorin des ausgehenden spanischen Mittelalters wahrgenommen und ihre Arbeiten finden, nachdem ihr die traditionelle Literaturkritik kaum Beachtung ge-schenkt hatte, die ihnen gebührende Wertschätzung. Bekannt wurde Florencia Pinar vornehmlich wegen ihrer bildhaften Sprache und das ihr eigene, für die damalige Zeit moderne Konzept von "Dichotomie der Liebe" als Ausdruck der Schwermut und der Hingabe.

 

Ségur, Sophie de

 

Sofia Fiodorovna Rostoptchina, die spätere Comtesse de Ségur, wurde 1799 in Sankt Petersburg geboren. Tochter eines russischen Generals und Staatsmannes, zog sie mit ihrer gesamten Familie 1816 nach Paris, wo sie 1819 den Grafen Eugène de Ségur heiratete, mit dem sie acht Kinder bekam.

Die meisten ihrer 20 Kinderromane und Märchen-sammlungen entstanden im fortgeschrittenen Alter in den Jahren zwischen 1856 und 1871, als sie zurück-gezogen auf ihrem Landgut lebte. Ihre Kinderromane verfasste sie ursprünglich zur moralischen Erziehung ihrer zahlreichen Enkel. Heute würde man ihre Bücher in die Liste der Bestseller aufnehmen. Mit dem Verkauf sicherte sie das finanzielle Wohlergehen der Familie Ségur. Sie starb am 31. Januar 1874 in Paris.

 

Shiki, Masaoka

 

Masaoka Shiki wurde im Oktober 1867 geboren. Früh wurde er in die japanische Lesart klassischer chinesischer Texte eingeführt. Zu seiner Studienzeit begann er, Haiku zu schreiben. Im Mai 1889 hatte er den Bluthusten und verwendete daraufhin zum ersten Mal den Künstlernamen Shiki, ein chinesisch gepräg-tes Wort für den Gackelkuckuck, von dem gesagt wird, er singe, "bis er Blut ausspeit". Sein Haiku-Stil wurde bald anerkannt, und im Oktober gab er Haikai-taiyo ("Das Wichtigste über den Haiku") heraus. Im Januar 1897 gründete er die Zeitschrift Hototogisu, was ebenfalls, wie sein Pseudonym, Gackelkuckuck bedeutet. In diesem Jahr trat zu seiner Lungenkrank-heit eine tuberkulöse Erkrankung der Wirbelsäule hinzu. Im April 1897 veröffentlichte er Haijin Buson („Der Haiku-Dichter Buson“). Im Februar 1898 folgte als Werk Utayomi ni atauru sho („Dichtern gewidmete Schrift“), vermittels der er begann, sich einer Neugestal-tung der Waka zu widmen. 1902 verfasste der Dichter, bereits im kritischen Endstadium seiner Erkrankung, Byōshō-rokushaku („Die sechs Fuß des Krankenlagers“). Am 19. September dieses Jahres verstarb Masaoka Shiki schließlich.

 

Stadler, Ernst

 

Geboren am 11.8.1883 in Colmar; gestorben am 30.10.1914 in Zandvoorde bei Ypern. Stadler wuchs in Straßburg auf. Noch vor dem Abitur schloß er sich dem Jüngsten Elsaß an, einer Gruppe schriftstel-lerisch ambitionierter Altersgenossen. In den Zeit-schriften des Kreises veröffentlichte er Gedichte, Re-zensionen und Artikel. Das Studium der Germanistik, Romanistik und Vergleichenden Sprachwissenschaft in Straßburg und München schloß er 1906 mit der Promotion ab. Anschließend ging er als Stipendiat der Cecil-Rhodes-Stiftung nach Oxford, wo seine Habilita-tionsschrift über Wielands Shakespeare-Übersetzung entstand. Im Wintersemester 1908/ 09 begann er die Lehrtätigkeit als Privatdozent an der Straßburger Universität. Im darauf-folgenden Sommersemester hielt er sich wieder in Oxford auf, wo ihn ein Ruf als Dozent an die Université libre in Brüssel erreichte. Im Herbst 1913 stimmte er einer Berufung als associate professor nach Toronto zu; seine Dozentur sollte Ende September 1914 begin-nen. Gleich zu Anfang des Ersten Weltkrieges wurde er jedoch einberufen und fiel nach drei Monaten in Flandern.

 

Staël, Madame de

 

1789 sympathisierte Madame de Staël, wie so viele liberale Adelige und Großbürger, zunächst mit der Französischen Revolution. Als der Terror ausbricht, verhilft sie Freunden und Feinden zur Flucht. Anne

Louise Germaine de Staël-Holstein wurde am 22. April 1766 in Paris geboren und starb dort am 14. Juli 1817. Sie war die Tochter des Bankiers Jacques Necker, der Finanzminister Ludwigs XVI. war. Sie wurde seit ihrem 11. Lebensjahr im Salon der Mutter erzogen. 1789 heiratete sie den schwedischen Ge-sandten in Paris und wurde so Baronesse de Staël,  1803 wurde sie von Napoleon gezwungen, Frankreich zu verlassen. Sie reiste nach Deutschland, wo sie in Weimar Goethe, Schiller und Wieland traf. In Berlin traf sie August Wilhelm Schlegel, der später Erzieher ihrer Kinder wurde.

Zu ihren bekanntesten Werken gehören Delphine, Corinne ou l' Italie, De l' Allemagne (1813) und Considérations sur la Révolution française (1818).

 

Stevenson, Robert Louis

 

Robert Louis Balfour Stevenson wurde 1850 als einziger Sohn des Ingenieurs und Leuchtturmbauers Thomas Stevenson in Edinburgh geboren. Stevenson litt sein Leben lang unter Tuberkulose und starb mit nur 44 Jahren in Vailima, Samoa. Er studierte zu-nächst Technik und später Rechtswissenschaft. Trotz seiner Zulassung als Anwalt nahm er keine Fälle an, sondern widmete sich dem Schreiben. Stevenson ver-fasste zahlreiche Werke, darunter Reiseerzählungen, Abenteuerliteratur, historische Romane, Lyrik und Essays. Mit dem Jugendbuchklassiker Die Schatzinsel wurde Robert Louis Stevenson weltberühmt. Außerdem schrieb er u.a. Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde (1886), Der Master von Ballantrae (1889) und St. Ives (1898). Stevenson pflegte einen außerordentlich geschliffenen Sprachstil. Seine Maxime war: „Kunst ist Handwerk“, daher ist sein Schreibstil geprägt von dem Ringen um genaue Wortwahl, Klangcharakter und Satzrhythmus; die zeitgenössische französische Literatur war ihm darin ein Vorbild.